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26.03.2013

Einblicke in den Betriebsalltag

Hinter die Kulissen eines großen Unternehmens schauten jetzt zehn Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftshauptschule Frankfurter Straße: Die Neunt- und Zehntklässler – alle Teilnehmer eines Bildungspaten-Projektes des Caritasverbandes – waren einen Tag zu Gast bei der AFL Telecommunications GmbH in Rheydt.

AFL_Bildungspaten

Einblicke in den Betriebsalltag gewährte der Kabelhersteller AFL Telecommunications den Teilnehmern am Bildungspaten-Projekt des Caritasverbandes.

Hendrik Schröders hat einen Traum: Der 16-Jährige will einmal in Amerika leben und arbeiten. Seit seinem ersten Besuch in den USA ist er in das Land verliebt. Wenn er in anderthalb Jahren seinen Schulabschluss geschafft hat, möchte er eine Ausbildung zum Tischler machen. Die wird er in Amerika gut gebrauchen können: „Dort bauen sie viel aus Holz“, sagt der junge Mann.

Klar, dass Hendrik während des Betriebsbesuchs bei AFL besonders aufmerksam zuhörte – schließlich gehört das Unternehmen zu einem amerikanischen Konzern. Außerdem hat sein Großvater hier gearbeitet, als jeder Mönchengladbacher die Firma noch als „Kabelwerke Rheydt“ kannte. Heute produziert AFL mit rund 120 Mitarbeitern auf Kundenwunsch individuell konzipierte Glasfaserkabel. „Unsere Kabel müssen in der Wüste genauso funktionieren wie in Norwegen, wo es im Winter bis zu minus 40 Grad kalt wird“, erklärten Einkäufer Günter Sieben und Controller Michael Tomaschek den Schülerinnen und Schülern. Anschließend statteten sie die Besucher mit Schutzbrillen und Ohrstöpseln aus und führten sie durch den Betrieb.

Besonders interessant waren für die Jugendlichen ihre Gespräche mit jungen AFL-Mitarbeitern. Der türkischstämmige Ali Safak etwa arbeitet als Maschinenführer bei dem Unternehmen. Er betonte, dass er einen Hauptschulabschluss habe: „Heute trage ich Verantwortung für eine Maschine, die Millionen kostet“, sagte er. Eine 25-jährige Industriekauffrau hat ihren Beruf bei AFL erlernt. „Lasst euch nicht entmutigen, auch wenn nicht immer alles glatt läuft“, lautete ihre Botschaft an die Schülerinnen und Schüler, die bei ihrer Berufsorientierung von ehrenamtlichen „Bildungspaten“ begleitet werden – ein Projekt des Freiwilligen Zentrums des Caritasverbandes für die Region Mönchengladbach-Rheydt, das aus Mitteln des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“ gefördert wird.

Für den Abschluss des beim Mönchengladbacher Marktplatz im Herbst vereinbarten Besuchs hatten sich die Gastgeber von AFL etwas Besonderes für die Jugendlichen ausgedacht: Am Telefon trainierten sie, wie sie sich bei einem Unternehmen um einen Praktikumsplatz bewerben können. Dazu gaben die Profis von AFL konkrete Tipps. Die jungen Leute sollten ihr Anliegen so klar formulieren, dass die Telefonzentrale den richtigen Ansprechpartner vermitteln könne, rieten sie. Wichtig sei es auch, das die Schüler Initiative zeigen, etwa indem sie sich vorab über das Unternehmen informieren oder aktiv nachfragen, an wen sie ihre Bewerbungsunterlagen schicken dürfen und ob das auch per E-Mail möglich sei.

„Von dem Telefontraining können die Jugendlichen ganz praktisch profitieren“, sagte Tanja Kulig, Leiterin des Freiwilligen Zentrums des Caritasverbandes, die den Besuch bei AFL gemeinsam mit Bildungspaten-Projektleiterin Angela Mirbach begleitete. „Das war etwas ganz Neues für mich“, bestätigte die 15-jährige Benita Abdulahi. Sie und ihre Mitschüler erhielten ein großes Lob von den AFL-Mitarbeitern: „Das haben Sie toll gemacht. Wir hätten Sie auf jeden Fall zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen“, sagten Günter Sieben und Michael Tomaschek.

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