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26.09.2017

Eine ganz besondere Schule. Paul Moor-Schule des Caritasverbandes besteht seit 40 Jahren

Pepe ist 18 und durch einen seltenen Gendefekt schwerstbehindert. Er sitzt im Rollstuhl und kann nicht sprechen. Aber er lacht sehr gerne, und das ist ansteckend. Seit seinem sechsten Lebensjahr besucht Pepe die Paul Moor-Schule, vorher wurde er bereits in der Frühförderung des Caritasverbandes und im Caritas-Kindergarten betreut. „Er hat unglaublich viel gelernt“, sagt seine Mutter Csilla von Mihályfalvy. Pepe arbeitet inzwischen beim An- und Ausziehen mit, er reagiert auf kleine Bitten, wie „Steh bitte auf“ oder „Setz dich hin“, und er zeigt auf Essen oder ein Getränk, wenn er etwas möchte.

„Pepe steht stellvertretend für die vielen, vielen jungen Menschen, die in den vergangenen 40 Jahren auf unserer Schule waren“, sagte Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa während der Jubiläumsfeier, die mit einem Gottesdienst begonnen hatte. Den fast 50 Pädagogen, Therapeuten und Mitarbeitern der Schule dankte er ebenso wie den zahlreichen Unterstützern, die sich ideell oder finanziell für die Schüler engagieren: „Sie alle leisten Ihren Beitrag, dass wir die Kinder stark machen fürs Leben“, betonte Polixa. Die Paul Moor-Schule bringe sich ein in die Nachbarschaft und in die Gesellschaft, fügte er hinzu.

Dr. Christof Wellens, 1. Vorsitzender des Caritasverbandes, wies auf die lange Tradition der caritativen Arbeit für behinderte Menschen in Mönchengladbach hin. Die Paul Moor-Schule ging 1977 aus der „Tagesbildungsstätte für das geistig behinderte Kind“ hervor, die der Caritasverband Mitte der 60er Jahre gegründet hatte. Heute besuchen rund 130 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene die nach dem Schweizer Heilpädagogen Paul Moor benannte Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Ein Akzent liegt auf dem tiergestützten Unterricht: Auf dem Schulgelände leben viele Tiere, mit denen die Schüler ständig Kontakt haben – von den Kaninchen „Pampel“ und „Muse“ über die Ponys Max und Heidi bis zu den Eseln Oskar und Pino. Wellens begrüßte neben Schulleiterin Marion Middendorp auch ihre beiden Vorgänger Klaus Kohn und Rudolf Krumm.

„Auch in Zeiten fortschreitender Inklusion gibt es Bedarf an guten Förderschulen“, sagte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Seinen Glückwunsch verband er mit einem Lob: „Die Paul Moor-Schule ist eine sehr attraktive Schule.“ Aufgabe von Caritas sei das Engagement für Menschen, die Unterstützung benötigen, betonte Anja Nikles vom Caritasverband für das Bistum Aachen. Dies setze die Paul Moor-Schule hervorragend um.

„Es gibt nicht den typischen Menschen mit einer geistigen Behinderung“, stellte Angelika Frücht, Leitende Regierungs-Schuldirektorin bei der Bezirksregierung Düsseldorf, klar. Gemeinsam sei geistig Behinderten, dass sie Schwierigkeiten im abstrakten Denken und im sozialen Miteinander hätten. „An der Paul Moor-Schule lernt jeder Schüler das, was er oder sie lernen kann“, so Frücht. Das betreffe auch lebenspraktische Dinge, wie das Zubereiten einer Mahlzeit.

Mit großem Vergnügen beobachtete Pepe während der Feier, wie Mitschüler gemeinsam mit den Gästen ein Geburtstagsständchen in Gebärdensprache „sangen“ und die Mitglieder der Zirkus-AG gekonnt mit Tellern jonglierten. Anschließend sah er sich mit seinen Eltern auf dem Herbstmarkt der Schule um, der sich anlässlich des Jubiläums im mittelalterlichen Gewand präsentierte. In zwei, drei Jahren wird der 18-Jährige in eine Wohngruppe oder eine Einrichtung für integratives Wohnen ziehen. Bis dahin besucht er weiter die Paul Moor-Schule. „Unser Sohn ist sehr glücklich hier“, sagt Csilla von Mihályfalvy.

 

Mit ihrer gekonnten Jonglage begeisterten die Schüler der Zirkus-AG die Gäste während der Jubiläumsfeier der Paul Moor-Schule.

 

 

 

 

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