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03.07.2012

2011 - Ein Jahr der Veränderung

Zum ersten Mal legt der Caritasverband seinen Jahresbericht in gedruckter Form vor. Er beschäftigte Ende 2011 rund 640 hauptamtliche und 300 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter dem Motto „Herzlich gern“ Menschen in Not unterstützen.

Uebergabe_Jahresbericht_2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto von links: Dr. Christof Wellens, 1. Vorsitzender, Frank Polixa, Geschäftsführer Caritasverband

 

Inklusion

Nicht der Behinderte muss sich den Strukturen anpassen, die Strukturen müssen sich vielmehr den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Einzelnen anpassen – nach diesem Grundsatz gestaltet der regionale Caritasverband seine Arbeit in den Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gefördert werden. Dies sind das Frühförderzentrum Rheydt, die heilpädagogische Kindertagesstätte Am Kuhbaum und die Paul Moor-Schule.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigten sich während eines Fachtags mit dem Thema „Inklusion“. Sie schaffen für die behinderten Kinder und Jugendlichen Gelegenheiten zur Begegnung und bauen Brücken zwischen Menschen mit ganz unterschiedlichen Begabungen. So lernen die Kinder beispielsweise, sich in der Stadt zu bewegen und einzukaufen. Und auch dies ist ein kleiner Schritt zur Teilhabe: Schüler der Paul Moor-Schule treffen sich jedes Jahr zu einem Segelwochenende mit Mitgliedern des Lions-Clubs.

Der Caritasverband setzt sich für das gleichberechtigte Zusammenleben aller Menschen in der Gesellschaft ein. Geschäftsführer Frank Polixa: „Noch gibt es bei uns kein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Nach wie vor existieren viele bauliche, städtebauliche und technische Barrieren, nach wie vor sind die Begegnungen oft distanziert und verkrampft.“ Das Thema Inklusion wird den Caritasverband in Zukunft weiter begleiten.

100 sterbende Menschen betreut

 Ein weiteres wichtiges Anliegen der Caritas ist es, schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase würdig zu begleiten. Die meisten Menschen möchten zu Hause sterben, umsorgt von ihrer Familie. Deshalb hat der Caritasverband bereits vor längerer Zeit ein Palliativteam im Rahmen des Caritas-Pflegedienstes eingerichtet. Sechs speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die pflegerische Versorgung der Sterbenden. Sie betreuten im vergangenen Jahr insgesamt 100 Menschen und deren Familien während des letzten gemeinsamen Lebensabschnitts. Durchschnittlich steht das Palliativteam täglich rund 15 Menschen in der Sterbephase zur Seite.

Um darüber hinaus auch auf die ganz unterschiedlichen Ängste, Sorgen und Bedürfnisse der Sterbenden eingehen zu können, bildet der Caritasverband ehrenamtliche Palliativhelfer aus und koordiniert ihre Einsätze. Sie besuchen auf Wunsch die Kranken, hören ihnen zu, spielen vielleicht ein Gesellschaftsspiel mit ihnen oder unternehmen einen Spaziergang. Im vergangenen Jahr haben 15 Bürgerinnen aus Mönchengladbach die insgesamt zehnmonatige Qualifizierung zur ehrenamtlichen Palliativhelferin abgeschlossen. Vor wenigen Wochen erhielten weitere Frauen und Männer ihre Zertifikate, so dass sich derzeit im Caritasverband 20 ehrenamtliche Palliativhelfer engagieren. Da der Bedarf hoch ist, soll es bald einen weiteren Qualifizierungskurs geben. Interessenten dafür haben sich bereits gemeldet.

Zufrieden ist der Verband mit der Nutzung der vier Caritaszentren in Giesenkirchen, Holt, Neuwerk und Rheydt. Hier stehen insgesamt 395 stationäre Pflegeplätze für alte Menschen zur Verfügung. Sie wurden im Jahr 2011 gut nachgefragt: Die Belegung stieg von 95,6 % auf 97,3 %.

Der ambulante Caritas-Pflegedienst unterstützte insgesamt 765 Menschen bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Täglich besuchten die insgesamt 81 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu 450 Pflegebedürftige. Dennoch war der Dienst nach tariflichen Personalkostensteigerungen defizitär. Der Caritasverband fordert deshalb die Kranken- und Pflegekassen auf, die tariflichen Verpflichtungen anzuerkennen und die Leistungsentgelte zu erhöhen. Frank Polixa: „Einige Wohlfahrtsverbände sind bereits aus der ambulanten Pflege ausgestiegen. Der ja auch politisch gewollte Grundsatz ,Ambulant vor Stationär’ gerät in Gefahr, wenn sich die wirtschaftliche Situation der Pflegedienste nicht verbessert.“

„Schwarze Zahl“ als Ziel

Insgesamt hat der Caritasverband in 2011 zum dritten Mal hintereinander ein negatives Ergebnis erwirtschaftet. Im laufenden Jahr will er eine „schwarze Zahl“ erreichen. „Wir achten intern auf Wirtschaftlichkeit, benötigen aber auch angemessene Vergütungen für unsere Leistungen“, stellen Frank Polixa und Dr. Christof Wellens klar.

Sorgen bereitet ihnen auch der Fachkräftemangel in der Pflege. Deshalb bildet der Verband verstärkt junge Menschen aus: 39 der rund 640 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren im letzten Jahr Auszubildende. Die Beschäftigten werden durch Fortbildungen gezielt gefördert. „Wer beim Caritasverband arbeitet, hat eine gute Perspektive – wenn er oder sie will, sein ganzes Arbeitsleben lang“, sagen Polixa und Dr. Wellens.

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