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23.10.2019

Bevor ich sterbe möchte ich ...

 

 

 

Zum Welthospiztag ist der Caritasverband auf die Straße gegangen: Auf dem Wochenmarkt in Rheindahlen sprachen ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende der Caritas mit Passanten über Sterben, Tod und Trauer.

Caritas_informiert_zum_Welthospiztag

Über professionelle und ehrenamtliche Angebote für schwerstkranke und sterbende Menschen informierte der Caritasverband anlässlich des Welthospiztages.
Foto: Caritasverband

Manche Wünsche sind ganz klein und bescheiden. Am Pavillon des Caritasverbandes können die Marktbesucher an diesem Nachmittag den Satz „Bevor ich sterbe, möchte ich...“ um ihre ganz persönlichen Gedanken ergänzen. „Die Hand meines Mannes halten“, hat eine Frau auf ihre Karte geschrieben und an die Stellwand gepinnt. Anderen möchten „am Meer sitzen und Maria Callas hören“, ihre „Enkelinnen zum Altar führen“, Rindfleischsuppe essen, Porsche fahren oder eine Reise nach Neuseeland machen. „Bevor ich sterbe, möchte ich mich jeden Tag neu in meine Frau verlieben dürfen“, hat ein Mann formuliert.

„Die Leute sind aufgeschlossen. Es sind vor allem die älteren Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen. Bei jüngeren Passanten spürt man eine Hemmschwelle“, sagt Gudrun Fuhr, die im hauptamtlichen Caritas-Palliativpflegedienst des Caritasverbandes arbeitet. Die Aktion sei eine gute Möglichkeit, um auf Angebote für schwerstkranke und sterbende Menschen in Mönchengladbach aufmerksam zu machen. Dazu gehört nicht nur die professionelle Pflege durch speziell ausgebildete Fachkräfte, sondern auch eine ehrenamtliche Begleitung durch qualifizierte Hospizbegleiter der Caritas. Dorothee Tillmann engagiert sich hier seit vier Jahren. Einmal in der Woche ist die 62-Jährige im Caritaszentrum Holt und schenkt zwei Bewohnern ihre Zeit. „Ich persönlich habe keine Angst vor dem Tod“, berichtet sie.

Waldtraud Herzogenrath ist am Stand der Caritas stehen geblieben. Vor einigen Jahren starb ihre Mutter im Hospiz, damals ist die Mönchengladbacherin (62) zum ersten Mal mit dem Thema Sterben konfrontiert worden. „Ich finde es gut, dass sich die Menschen darüber Gedanken machen“, meint sie. Und was möchte sie tun, bevor sie stirbt? „Eine schöne Reise machen“, antwortet sie spontan. Eine andere Passantin geht nicht auf das Gesprächsangebot des ehrenamtlichen Palliativbegleiters Reinhard Arndt ein. „Damit möchte ich mich noch nicht beschäftigen“, sagt sie und ruft hinterher: „Watt kütt, kütt.“ Auch eine jüngere Frau bittet um Verständnis. Ihre Mutter sei vor einiger Zeit gestorben, erklärt sie: „Ich will noch Abstand für mich gewinnen bei diesem Thema. Ich bin noch nicht so weit.“

Ab Januar 2020 bietet der Caritasverband wieder einen Qualifizierungskurs für angehende ehrenamtliche Hospizbegleiter an. Wer sich dafür interessiert und sich vorstellen kann, schwerstkranken und sterbenden Menschen beizustehen, ist herzlich willkommen. Informationen bei Irmtrud Buffen, Tel. 02161-810271, buffen@caritas-mg.de.

 

 

 

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