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04.06.2018

Caritas pflegt täglich 550 Menschen

Vor 40 Jahren gründete der Caritasverband Region Mönchengladbach seinen ambulanten Pflegedienst. Was damals mit einigen Mitarbeitern in Holt begann, ist zu einer großen Hilfe für kranke und alte Menschen geworden: Jeden Tag versorgt der Caritas-Pflegedienst rund 550 Patienten in Mönchengladbach, Korschenbroich und Jüchen.

Mehr als hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die Patienten und deren Angehörige bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung zu Hause. Sie erbringen jährlich über 230.000 Leistungen aus dem Bereich der Krankenversicherung (SGB V) oder Pflegeversicherung (SGB XI). „Die Zahlen sind ein Beleg für das große Vertrauen, das die pflegebedürftigen Menschen dem Caritasverband schenken“, sagt Geschäftsführer Frank Polixa. Er fügt hinzu: „Hilfe für alte und kranke Menschen und Dienst am Nächsten lassen sich nicht auf Daten reduzieren. Und deshalb bedeuten 40 Jahre Caritas-Pflegedienst auch ganz viel gelinderte Not, geteiltes Leid und gemilderten Schmerz.“

Sibille Kox kann das bestätigen. Seit Jahren pflegt die 83-Jährige ihren bettlägerigen Mann, mit dem sie seit 60 Jahren verheiratet ist. Er kann nicht mehr laufen und ist demenziell erkrankt. Jeden Morgen kommt eine Mitarbeiterin des Caritasverbandes und kümmert sich um die Grundpflege: Sie wäscht den 85-jährigen Patienten, gibt ihm seine Insulinspritze, wechselt den Katheter und zieht ihn an. Sibille Kox ist dankbar für die Unterstützung: „Wenn ich alles alleine machen müsste, das wäre zu viel“, sagt die Mönchengladbacherin, die von ihren beiden Töchtern unterstützt wird.

Als 1978 die erste Sozialstation in Holt eröffnet wurde, war dies einer der ersten ambulanten Pflegedienste in Trägerschaft der Caritas im gesamten Bistum Aachen. „Unser Verband hat damals Pionierarbeit zusammen mit anderen geleistet“, betont der 1. Vorsitzende Dr. Christof Wellens. Im Bistum wurde bis 1982 ein Netz von 45 Caritas-Pflegestationen aufgebaut. Es löste das nicht mehr flächendeckend vorhandene System der Gemeindeschwestern ab. Wellens: „Damals sprach noch niemand von Pflegeversicherung oder gewerblichen Pflegediensten. Die ambulante Pflege war ein Dienst der Kirche, der nur sehr gering durch öffentliche Mittel des Landes und überwiegend durch Kirchensteuermittel getragen wurde.“ Erst später traten die Krankenkassen in die Finanzierung ein.

40_Jahre_Caritas_Pflegedienst_Mönchengaldbach

Seit 40 Jahren unterstützt der Caritas-Pflegedienst alte und kranke Menschen bei der häuslichen Pflege. Auf dem Foto von links: Dr. Christof Wellens (1. Vorsitzender des Caritasverbandes Region Mönchengladbach), Sibille Kox (pflegende Angehörige), Manuela Jansen (Bereichsleiterin Alter und Pflege), Frank Polixa (Geschäftsführer) und Georg Bronheim (Leiter des Caritas-Pflegedienstes).
 

Heute ist der Caritas-Pflegedienst mit vier Pflegeteams in Mönchengladbach-Mitte, Rheydt, Rheindahlen und Korschenbroich vertreten. Hier können sich Interessierte zu allen Fragen rund um die Pflege fachkundig beraten lassen. Ohnehin spielt der Quartiersgedanke eine immer größere Rolle. Der Caritasverband bündelt Angebote, damit die Menschen auch bei zunehmender Hilfs- und Pflegebedürftigkeit in ihrem Wohnquartier bleiben können. Beispielsweise entstehen derzeit am Caritaszentrum in Holt nicht nur eine neu gestaltete Kurzzeitpflege, sondern zusätzlich zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für 19 ältere Menschen, eine Tagespflege sowie 19 Seniorenwohnungen mit Serviceangebot. Weitere Projekte dieser Art sind bereits angedacht.

Die verschiedenen Dienste der Caritas, wie der Hausnotruf, der Mobile Mahlzeitendienst, die Kurzzeitpflege und die Tagespflegen, arbeiten eng zusammen. Polixa: „Wir haben ein dichtes Netz von Diensten und Einrichtungen geknüpft, das den von uns betreuten Menschen eine gute Versorgung und Betreuung sichert. So können sie sich eine möglichst hohe Lebensqualität bewahren.“

Vor mehr als zehn Jahren gründete der Caritasverband den ambulanten Palliativ-Pflegedienst, wie Bereichsleiterin Manuela Jansen berichtet. Damit will der Verband sterbenden Menschen die Möglichkeit geben, in der Nähe ihrer Angehörigen zu bleiben und dort zu sterben, wo sie leben: zu Hause. Die professionelle Pflege durch besonders ausgebildete Fachkräfte wird ergänzt durch ehrenamtliche Hospizbegleiter, die der Caritasverband schult. Auch demenziell veränderte oder einsame ältere Menschen können von ehrenamtlichen „Zeitschenkern“ begleitet werden, so Georg Bronheim, Leiter des Caritas-Pflegedienstes.

Die Verantwortlichen des Caritasverbandes sind sich einig: In Zukunft wird die ambulante Pflege noch wichtiger werden, da sich die Erholungsphase nach einem Krankenhausaufenthalt noch mehr nach Hause verlagert und das Altenheim immer mehr zur stationären Einrichtung für schwerst pflegebedürftige und demente alte Menschen wird. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, Mitarbeiter zu finden. Gegen den Fachkräftemangel setzt der Caritasverband unter anderem auf Qualifizierung und verstärkte Ausbildung. Zurzeit bildet der Caritas-Pflegedienst fünf angehende Fachkräfte in der Altenpflege aus. Demnächst sollen noch mehr Auszubildende eingestellt werden.

Sein Jubiläum feiert der Caritas-Pflegedienst mit einem Patientenfest am 7. Juni 2018 im TIG Theater im Gründungshaus. Dabei führt das FWT-Altentheater-ensemble aus Köln das Stück „Lebenslied“ auf.

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