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12.05.2020

Kritik an Informationsverhalten des Ministeriums

Zum Internationalen Tag der Pflege (12. Mai) dankt Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa allen Mitarbeitenden in Pflege und Betreuung und kritisiert NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Gleichzeitig erinnert Polixa an den versprochenen „Pflegebonus“

„Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Altenheimen gerade in den vergangenen Tagen zusätzlich zu ihrer normalen Arbeit gestemmt haben, ist außerordentlich und verdient allerhöchsten Respekt“, sagt Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbandes Region Mönchengladbach. Die äußerst kurzfristige Ankündigung des NRW-Gesundheitsministers, dass die Bewohnerinnen und Bewohner in den Altenheimen bereits zum Muttertags-Wochenende unter strengen Auflagen wieder Besuch empfangen durften, habe die Mitarbeitenden erneut stark belastet.

„So wichtig es ist, dass die Senioren wieder besucht werden dürfen, und so sehr wir alle das im Grundsatz begrüßen: Was wir vor dem vergangenen Wochenende seitens des Ministeriums erlebt haben, kann man nur als chaotisch bezeichnen“, kritisiert Polixa. Fast im Stundentakt seien Mails mit neuen Informationen und Regeln eingegangen. „Es war schon schwierig genug, dies alles in der Kürze der Zeit zu lesen und zu verstehen – geschweige denn rechtzeitig umzusetzen.“

Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa

Der Caritas-Geschäftsführer dankt nicht nur den Mitarbeitenden in Pflege und Betreuung, die am Wochenende zum Teil Extra-Schichten geschoben hätten, sondern auch den Bewohnern und Angehörigen für das durchweg gezeigte Verständnis. „Ich äußere mich bewusst erst nach dem Wochenende, weil wir uns vorher darauf konzentriert haben, den neuen Regeln zu entsprechen. Wie hier mit uns umgegangen worden ist, war nicht in Ordnung“, erklärt Polixa.

Sowohl in den Altenheimen als auch in den ambulanten Pflegediensten machten sich die Mitarbeitenden um die Pflege und Betreuung von hilfebedürftigen Menschen verdient – natürlich nicht erst seit Corona, so der Caritas-Geschäftsführer. Ihnen sei schon vor Wochen der „Pflegebonus“ von bis zu 1.500 Euro als Zusatzleistung versprochen worden. Leider sei die Finanzierung in NRW weiter nicht klar.

Nach der Einigung auf Bundesebene sieht es so aus, dass die Pflegekassen zwei Drittel der Kosten für die Pflege-Prämien übernehmen. Die Länder sollen die Finanzierung des fehlenden Drittels klären. Dazu habe die Landesregierung noch keinen Vorschlag gemacht. „Ich kann verstehen, dass Mitarbeitende enttäuscht sind. Umso wichtiger wäre es, dass der Pflegebonus zeitnah ausgezahlt wird“, erklärt Polixa.

Der Caritasverband Region Mönchengladbach hat seinerseits bereits den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Altenheimen, die im ständigen direkten Kontakt mit Bewohnern stehen, eine Bonuszahlung gewährt. „Als Dankeschön und Anerkennung für ihre besondere Leistung in dieser schwierigen Zeit erhalten sie für April und Mai für jede geleistete Arbeitsstunde einen sogenannten Corona-Euro zusätzlich“, berichtet Frank Polixa. „Wir freuen uns, wenn sich Mitarbeitende damit einen kleinen Wunsch erfüllen und etwas Gutes tun können“, erklärt der Caritas-Geschäftsführer.

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