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18.10.2019

Schüler interessierten sich für Pflege

Schüler interessierten sich für Pflege

Pflegenetzwerk Katharina informierte über Ausbildungsmöglichkeiten

 

Mönchengladbach. Den Nerv junger Leute traf das Pflegenetzwerk Katharina mit seiner Ausbildungsbörse: Im Haus der Regionen informierten fünf Träger von Pflegeeinrichtungen aus der Region Mönchengladbach über Berufe in der Altenpflege. Rund 130 Schülerinnen und Schüler der Bischöflichen Liebfrauenschule, Berufskolleg des Bistums Aachen, nahmen das Angebot an.

 

Loreen Raddatz hat Unterstützung mitgebracht. Die Pflegefachkraft aus dem Katharinenstift hält eine Handpuppe im Arm. In ihrem Berufsalltag setzt die 19-Jährige die niedliche Stoffgesellin mit den rötlichen Haaren, der Knubbelnase und den lustigen Augen ein, um mit alten Menschen in Kontakt zu kommen. „Wir können Dialoge über die Puppe führen und setzen sie besonders bei demenziell veränderten Menschen zur Erinnerungsarbeit ein“, erläutert Loreen Raddatz. Manche Bewohner im Altenheim legen die Puppe in einen Kinderwagen und fahren sie spazieren – und fühlen sich so an ihre Zeit als Eltern oder Großeltern erinnert.

 

Viele Besucher der Ausbildungsbörse reagierten zunächst skeptisch, als sie die Handpuppe sahen. „Einige meinten wohl spontan, wir wären im Kindergarten. Aber als wir erklärt haben, wie und warum wir die Puppe bei alten Menschen einsetzen, verstanden sie es sofort“, berichtet Raddatz, die im April ihr Examen als Pflegefachkraft gemacht hat. Überhaupt hätten die Jugendlichen sehr positiv reagiert: „Es waren einige dabei, die den Beruf erlernen wollen.“

 

Das sei auch finanziell attraktiver als viele annehmen, betont Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbandes Region Mönchengladbach. Bei einem Träger aus dem Pflegenetzwerk Katharina verdienten angehende Pflegekräfte über drei Ausbildungsjahre im Durchschnitt mehr als 1.220 Euro brutto im Monat – „mehr als in vielen anderen Berufen“, so Polixa. Hinzu kämen Zuschläge für Dienste an Wochenenden oder Feiertagen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie ein zusätzlicher Beitrag zur Altersversorgung.

 

Neben diesen Hinweisen sowie aktuellen Informationen über die ab dem kommenden Jahr geltende einheitliche Pflegeausbildung erhielten die Schülerinnen und Schüler auf der Ausbildungsbörse ganz praktische Einblicke in die Pflege. Sie konnten beispielsweise mit Hilfe eines Simulationsanzugs buchstäblich am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn man alt ist: Gewichtsmanschetten erschweren jede Bewegung, eine spezielle Brille das Sehen, Ohrschützer das Hören. „Man ist im Alltag schon sehr eingeschränkt, wenn man älter wird. Das Aufstehen, Hinsetzen, viele Bewegungen – alles ist irgendwie schwierig“, meint Magnus Lambertz (17), der bereits im vergangenen Jahr auf der Ausbildungsbörse war und nun erneut den Anzug ausprobiert hat.

 

Über die gute Resonanz freute sich Claus Altenkamp, Geschäftsführer der  Katharinenstift Mönchengladbach gGmbH. „Der Kontakt zwischen den Schülern und unseren Auszubildenden und jungen Mitarbeitern ist sehr gut – sie können auf Augenhöhe miteinander sprechen.“ Zufrieden war auch Frank Polixa: „Die neue Pflegeausbildung ermöglicht einen viel flexibleren Einsatz in verschiedenen Bereichen. Wir möchten jungen Menschen nahebringen, dass die Pflege ein attraktiver, sinnvoller und wirklich erfüllender Beruf ist.“

Informationen: www.pflegenetzwerk-katharina.de

Schüler interessierten sich für Pflege

Altersbedingte Einschränkungen vermittelt ein Simulationsanzug, den die Besucher der Ausbildungsbörse des Pflegenetzwerks Katharina ausprobieren konnten. Auf dem Foto von links: Alen Hodzic (Caritas), Simon Hennig, Magnus Lambertz (mit Anzug), Nicole Schoofs, Auszubildende Lilly Hübsch und Pflegefachkraft Loreen Raddatz.

Foto: Pflegenetzwerk Katharina

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