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26.09.2018

Hilfe auf Knopfdruck - rund um die Uhr

Einen besonderen Praktikanten hatte jetzt der Hausnotruf des Caritasverbandes Region Mönchengladbach: Landtagsabgeordneter Jochen Klenner (CDU) arbeitete einen halben Tag in dem Dienst, der älteren und alleinstehenden Menschen jederzeit Hilfe auf Knopfdruck garantiert.

„Die Caritas, Jochen Klenner am Apparat. Wie kann ich Ihnen helfen?“ Normalerweise dauert es drei Monate, bis ein neuer Mitarbeiter im Caritas-Hausnotruf eingearbeitet ist, doch dem Landtagsabgeordneten geht die Meldung schon nach wenigen Stunden sehr flüssig über die Lippen. Es ist allerdings auch kein Notruf, den er da gerade erhält. Die Anruferin kündigt an, dass ihr Vater sein Notrufgerät in den nächsten 14 Tage nicht benötigt, weil sie mit ihm nach Sylt fährt.

An der Albertusstraße unterhält der regionale Caritasverband die größte Caritas-Hausnotruf-Zentrale bundesweit und eine der modernsten zudem. Sie steht an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung. Inzwischen sind mehr als 10.000 Teilnehmer hier aufgeschaltet. „Wir haben die Zahl der Nutzer in den letzten etwa acht Jahren verdoppelt“, berichtet Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa. Rund 2.400 Teilnehmer kommen aus den Regionen Mönchengladbach und Viersen, die übrigen gut 7.600 sind Kunden von 17 anderen Caritasverbänden, die als Kooperationspartner die Zentrale in Mönchengladbach nutzen.

Mit dem System können ältere und alleinstehende Menschen jederzeit Hilfe und Unterstützung herbeirufen. Wenn sie sich unwohl fühlen, gestürzt sind oder sich in einer anderen Notlage befinden, können sie durch Drücken auf einen kleinen Funksender, den sie bei sich tragen, aus jedem Raum ihrer Wohnung eine Telefonverbindung zur Zentrale aufbauen. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter spricht mit dem Teilnehmer, gleichzeitig erscheinen alle wichtigen Daten auf dem Bildschirm. Falls Hilfe vor Ort notwendig ist, wird ein Familienmitglied, ein Nachbar oder der Rettungsdienst verständigt. „Für die Teilnehmer und ihre Angehörigen ist Hausnotruf ein anderes Wort für Sicherheit“, sagt Dr. Christof Wellens, Vorsitzender des Caritasverbandes.

Landtagsabgeordneter_Jochen_Klenner _Praktikum_HausNotRuf_Caritas_Mönchengladbach

Als Praktikant meldete sich Landtagsabgeordneter Jochen Klenner (sitzend) im Caritas-Hausnotruf Mönchengladbach am Telefon. Dr. Christof Wellens (links), Vorsitzender des Caritasverbandes, Hausnotruf-Leiterin Waltraud Grusemann und Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa stellten dem CDU-Politiker den Dienst vor.

Das sieht auch Jochen Klenner so. „Ich bin sehr beeindruckt von der Kombination aus hochmoderner Technik und den sehr einfühlsamen und geduldigen Mitarbeitern“, meint der Landtagsabgeordnete. Was war für ihn die größte Herausforderung während seines Praktikums? Klenner lacht: „Langsam und laut zu sprechen“, antwortet er.

Vor 35 Jahren startete der Hausnotruf. Damals war die Mönchengladbacher Caritas erst der dritte Anbieter in Deutschland. Möglich wurden die Gründung und der professionelle Ausbau des Dienstes durch die Magda-Hertz-Dyrks-Stiftung des 1981 verstorbenen Kaufmanns Rudolf Hertz. „Seither haben wir den Hausnotruf immer wieder der aktuellen Technik, den Kundenwünschen und der wachsenden Teilnehmerzahl angepasst“, erläutert Leiterin Waltraud Grusemann. Beispielsweise können inzwischen auch mobile Notrufgeräte eingesetzt werden. Zudem lassen sich auch Rauchmelder und Wassermelder einbinden oder spezielle Matten, die bei einem Sturz aus dem Bett automatisch einen Notruf auslösen. Hohe Sicherheitsstandards schützen das System vor Ausfällen im Telefonnetz.

Der Hausnotruf kostet 23 Euro im Monat, die bei vorhandenem Pflegegrad in der Regel von der Pflegekasse übernommen werden. Weitere Serviceleistungen können auf eigene Kosten hinzugebucht werden. „Das ist auch aus Sicht der Angehörigen gut investiertes Geld“, sagt Jochen Klenner.

Die älteste Hausnotruf-Teilnehmerin ist 104 Jahre alt, der jüngste gerade einmal 22. Im Schnitt gehen etwa 300 Anrufe am Tag in der Zentrale des Caritasverbandes ein, alle fünf Minuten einer. Ungefähr jeder achte Anruf ist ein Notruf. In den anderen Fällen hat vielleicht jemand versehentlich seinen Funksender ausgelöst oder will einfach nur mit einem anderen Menschen reden. Die 22 fest angestellten und speziell geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben auch dann ein offenes Ohr. Zusätzlich engagieren sich fünf Ehrenamtliche für den Caritas-Hausnotruf.

 

 

 

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