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20.09.2019

Digitalisierung muss auch den Benachteiligten nutzen

 

Die Wohnungslosigkeit und die Digitalisierung der Gesundheits- und Sozialbranche waren zwei der Hauptthemen beim sehr gut besuchten parlamentarischen Abend der Caritas in NRW am Donnerstag in Düsseldorf. Zur „Halbzeit“ der Legislaturperiode hatten die NRW-Diözesan-Caritasverbände eingeladen, um mit Abgeordneten des Landtags über brennende soziale Themen ins Gespräch zu kommen. Die Wohnungslosigkeit gefährde zunehmend den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft, mahnte der Sprecher der NRWCaritas-Direktoren Heinz-Josef Kessmann in seiner Begrüßung. Hier seien kurzfristig wesentliche Verbesserungen dringend notwendig.


Zum digitalen Wandel merkte Kessmann an, dieser sei zwar zentrales Thema der Landespolitik, doch die sozialpolitische Perspektive bleibe dabei ausgeblendet. „Wie steht es um den Zugang zu digitalen Ressourcen für die Benachteiligten? Wurden bei dem Projekt der digitalen Kommune auch die Leistungen der Daseinsvorsorge und deren Leistungserbringer mitbedacht? Warum brauchen kleine und mittlere Unternehmen Unterstützung bei der Implementierung der digitalen Technik, die gemeinnützigen Wohlfahrtsverbände aber nicht?“ fragte er. „Digitalisierung darf nicht ein Projekt der Bildungseliten und der florierenden Wirtschaftsunternehmen bleiben“, betonte Kessmann, der Diözesan-Caritasdirektor für die Diözese Münster ist.


Landtagspräsident André Kuper würdigte die Arbeit der Caritas und der anderen Wohlfahrtsverbände: „Wir mögen in der Frage, wie diese Gesellschaft gerechter und sozialer werden kann, unterschiedliche Vorschläge haben“, sagte er, hob zugleich aber hervor, „wir sind uns einig, dass wir das auf dem Boden unseres Grundgesetzes, als Demokraten tun!“ Ihm sei es auch wichtig zu betonen, dass bereits vieles erreicht worden sei in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. „Viele Länder beneiden uns um unsere soziale Infrastruktur“, sagte Kuper. Das wolle man nicht vergessen, „wenn wir danach fragen, was noch zu tun ist und noch besser gemacht werden kann“.

 

Der Kölner Diözesan-Caritasdirektor Frank Joh. Hensel ging auf die Funktion der Wohlfahrtsverbände im Sozialstaat ein: „Wir stiften Solidarität, beraten Politik, sind Frühwarnsystem für gesellschaftliche Schieflagen, wir sind Praxiserprober und Feldforscher, bieten ziemlich flächendeckend Infrastruktur an – alles gestützt vom Subsidiaritätsprinzip“. Das ergänze, stütze und entlaste den Staat in wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge. „Diesen Wirkfaktor Subsidiarität einer freiheitlichen Gesellschaft“ gelte es zu achten und zu schützen, „denn weder der Staat noch der freie Markt bekommen das alleine hin“, betonte Hensel, der im nächsten Jahr den Vorsitz der Landesarbeitsgemeinschaft der der Freien Wohlfahrtspflege übernimmt.

 

Rund 50 Abgeordnete von CDU, SPD, Grünen und FDP, unter ihnen Landtagspräsident André Kuper und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU), nahmen an der Veranstaltung mit Caritas-Direktoren und weiteren Experten teil. Am Sonntag begeht die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen den Caritas-Sonntag, der in diesem Jahr unter dem Motto der Jahreskampagne „Sozial braucht digital“ steht.

Parlamentarischer Abend

Frank Polixa, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Karl-Josef Laumann (CDU), MdL Andreas Terhaag (FDP), MdL Jochen Klenner (CDU)

 

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