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29.05.2019

Pfadfinder bauen ein Hühner-Zuhause

„Uns schickt der Himmel“ – unter diesem Motto motivierte der BDJK am letzten Wochenende im Mai 80.000 junge Menschen in ganz Deutschland, die Welt ein bisschen besser zu machen. An der 72-Stunden-Aktion für soziale Projekte vor Ort beteiligte sich auch der Stamm Scheuburg von der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) in Pongs. 33 fleißige Helfer verwirklichten ein Wunsch-Projekt der Paul Moor-Schule: ein Hühnerhaus mit großem Auslauf mitten im Hardter Wald.

An der Förderschule und dem angeschlossenen heilpädagogischen Kindergarten, deren Träger der Caritasverband Region Mönchengladbach ist, werden Kinder und Jugendliche mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung betreut. Unterricht mit Tieren hat einen festen Platz im Stundenplan, weil er maßgeblich zu den pädagogischen Zielen Selbst- und Sozialkompetenz, Selbststeuerung, Regelverhalten und Verantwortungsübernahme beiträgt. In der Paul Moor-Schule sind daher regelmäßig Katzen und Hunde zu Besuch. Schon dort wohnen dürfen Ponys, Esel, Kaninchen und Schafe. Sie bekommen nun noch zehn Hühner zur Gesellschaft dazu.

Hühner brauchen Schutz vor Fuchs und Marder – und deshalb ganz viel Unterstützung von Pfadfinder-Wölflingen wie der siebenjährigen Julia. Sie hat tüchtig mitgeholfen, ein altes Gewächshaus in ein behagliches Hühner-Zuhause zu verwandeln. Da gibt es eine Ein- und Ausgangsklappe, die nachts natürlich gegen den Besuch räuberischer Vierbeiner geschlossen wird. Geschlafen wird dann ganz in Ruhe auf Stangen unterschiedlicher Höhe, die auch für kürzere Beinchen erreichbar sind. Sogar ein Innenschwimmbad wurde angelegt, mit lockerer Erde und Blättchen, weil Hühner darin am liebsten baden.

Weitere Pfadfinderinnen haben währenddessen im Werkraum der Schule Brutkästen gebaut und zum Schluss mit einer speziellen Farbe angestrichen, um das Holz gegen Milben zu schützen. Das Konzept zum Projekt hat Eva Glanert geschrieben. Die Lehrerin „brennt“ für Hühner und hat auch schon geeignete Kandidatinnen auf einem Bio-Hof nahe der niederländischen Grenze gefunden. Sie werden es an der Paul Moor-Schule gut haben, müssen aber auch arbeiten – unter anderem als Gartenpfleger. „Zehn Hühner fressen so viel wie ein kleiner Elefant“, freut sich Eva Glanert. Rasenmähen und Unkrautjäten gehören damit der Vergangenheit an.

Paul_Moor_Schule_72_Stunden_Aktion

Wölflinge im Unterholz: Mit Leiterin Karline Schillberg verwandeln die Pfadfinder die Außenfläche in ein Hühnerparadies zum Scharren und Picken.
Fotos: Caritasverband
 

Im Außenbereich rund um das ehemalige Gewächshaus gab es am meisten zu tun. Dort war alles überwuchert und stand so viel Gestrüpp, dass sich die Hühner, die absolute Fans von Buschland sind, dort auch mit aller Kraft nicht hätten durchkämpfen können. Nun ist alles aufgeräumt und bereit zum munteren Scharren und Picken nach Käfern, Würmern und all dem anderen Getier, das auf der natürlichen Speisekarte glücklicher Hühner steht.

Zum Abschluss des Projekts kümmerten sich die Pfadfinder sogar noch um das, was nach dem Futtern übrigbleibt: das schuleigene Mistfeld. Das war lang vernachlässigt worden, dient aber einem guten Zweck, denn Mist verwandelt sich nach einiger Zeit in Humus, und daraus wachsen dann wieder neue Pflanzen. „Nachhaltigkeit ist uns bei allem, was wir tun, sehr wichtig“, sagt Schulleiterin Marion Middendorp. Sie freut sich sehr, dass der langgehegte Wunsch der Schule nach eigenen Hühnern Wirklichkeit geworden ist. Besucher, die sich das Projekt vor Ort ansehen möchten, sind nach Voranmeldung herzlich willkommen. Eier werden sie vermutlich nicht als Souvenir mitnehmen können, die sind alle für den Eigenbedarf bestimmt. „Aber Humus gibt es reichlich, den geben wir gern ab“, schmunzelt die Schulleiterin.

Was die Pfadfinder vom Stamm Scheuburg mitgenommen haben, fasst Karline Schillberg, eine der acht Leiter der Gruppe, außerdem Vorstandsmitglied und Kuratin, mit einem Leitsatz des Gründers der Pfadfinderei zusammen: „Robert Baden-Powell hat sich gewünscht, dass wir durch unsere Arbeit die Welt ein bisschen besser zurücklassen als wir sie vorgefunden haben. Das ist auch unser Prinzip, wenn wir irgendwo in der Natur unser Zeltlager aufschlagen und dabei zum Beispiel fremden Müll aufsammeln. Diesen Platz an der Paul Moor-Schule besser zu hinterlassen, als er vorher war, ist uns, glaube ich, auch ganz gut gelungen.“

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