Logo
Archiv

Archiv

19.03.2019

Caritas kritisiert Schieflage auf dem Ausbildungsmarkt in Mönchengladbach

In Mönchengladbach fehlten im vergangenen Ausbildungsjahr 776 Ausbildungsstellen. Darauf weist der Caritasverband für das Bistum Aachen unter Berufung auf den aktuellen Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen hin, zu der auch der Caritasverband gehört. „Während in Deutschland immer mehr Arbeitgeber über einen Azubi-Mangel klagen, gibt es in Nordrhein-Westfalen mehr Bewerber als Ausbildungsplätze. Das zeigt sich auch in Mönchengladbach“, sagt Roman Schlag, beim Caritasverband für das Bistum Aachen zuständig für Arbeitsmarktfragen.

In der Stadt kamen von Oktober 2017 bis September 2018 auf knapp 2372 gemeldete Bewerber 1596 gemeldete Ausbildungsstellen. Für eine optimale Versorgung würden sogar zusätzliche 1073 Stellen benötigt. „Diese Ausbildungslücke ist besorgniserregend, zumal es bundesweit seit den 1990er Jahren erstmals einen ganz anderen Trend gibt“, sagt Schlag. Er kritisiert zudem, dass gleichzeitig ausbildungsvorbereitende und -begleitende Maßnahmen gestrichen wurden.

Trotz aller Bemühungen blieben laut Arbeitslosenreport NRW mehr als 94 Bewerber in Mönchengladbach zum Stichtag 30. September 2018 gänzlich unversorgt. Mit dem Argument fehlender Ausbildungsreife gäben viele Betriebe Hauptschülern keine Chance mehr, kritisiert Schlag. „Es birgt sozialen Sprengstoff, wenn Unternehmen sich über Fachkräftemangel beschweren, sich aber von Hauptschülern abwenden. Die Betriebe haben eine gesellschaftliche Verantwortung, einen solidarischen Beitrag zur Sicherung der Zukunft junger Menschen zu leisten“, mahnt Schlag.

Laut Arbeitslosenreport gab es im September 2018 in Mönchengladbach insgesamt 2691 Jugendliche unter 25 Jahren im sogenannten Langzeitleistungsbezug von Grundsicherung. Annähernd 31 Prozent (831) dieser jungen Menschen sind auf der Suche nach einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und besitzen gleichzeitig keine abgeschlossene Berufsausbildung. Landesweit ist ihre Zahl in den vergangenen drei Jahren um rund zwei Prozentpunkte gestiegen. Gleichzeitig wurden ausbildungsvorbereitende und -begleitende Maßnahmen abgebaut. „Jugendliche müssen jede nötige Unterstützung erhalten, um sich beruflich qualifizieren zu können. Daher fordern wir eine Ausweitung ausbildungsvorbereitender und -begleitender Maßnahmen. Sie müssen sich in erster Linie an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Jugendlichen orientieren und wo nötig Förderketten bilden, die den jungen Menschen den Weg in das Berufsleben ebnen“, so Roman Schlag. Eine Ausweitung der Angebote wäre aus Sicht der Caritas im Bistum Aachen ein wichtiger Schritt, um das im ‚Ausbildungskosens NRW‘ formulierte Ziel der Stärkung von Aus- und Weiterbildung zu erreichen.

An die Betriebe appelliert Schlag, sich auch für Jugendliche mit Hauptschul- oder Förderschulabschluss zu öffnen. „Der Staat bietet Betrieben die nötige Unterstützung an, zum Beispiel mit der Assistierten Ausbildung. Das müsste die Ausbildungsbereitschaft beflügeln. Ausbildungsbetriebe sind gefordert“, betont der Arbeitsmarktexperte des Diözesancaritasverbandes Aachen.

Der Arbeitslosenreport NRW ist ein Kooperationsprojekt der Freien Wohlfahrtspflege NRW mit dem Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
Postfach 100552, 52005 Aachen
Kapitelstr. 3, 52066 Aachen
Ihr Ansprechpartner:
Christian Heidrich
Telefon-Durchwahl +49 241 431-227
Telefax +49 241 431-450
cheidrich@caritas-ac.de

« Übersicht





















Caritas Service
11.04.2019
Caritas gründet Bundesverband Hausnotruf mit
mehr zum Thema »
08.04.2019
Caritas eröffnet Tagespflege in Holt
mehr zum Thema »
29.03.2019
Bistum und Caritas bitten nach Wirbelsturm um Spenden für Mosambik
mehr zum Thema »
26.03.2019
Not gesehen - und gehandelt
mehr zum Thema »
20.03.2019
Sozial braucht digital
mehr zum Thema »