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03.04.2018

„Viele alte Menschen sind einsam“

Seniorenbegleiter der Caritas engagieren sich ehrenamtlich

Alten Menschen helfen, ihnen mehr Lebensfreude schenken, Hoffnung und Zuversicht geben: Dafür haben sich jetzt acht ehrenamtliche Seniorenbegleiter beim Caritasverband Region Mönchengladbach qualifiziert. In einer Feierstunde erhielten sie ihre Zertifikate.

Seit ihrer Jugend ist Sabine Na’Amni-Quast (59) für andere Menschen da. Sie hat als Kranken- und Altenpflegehelferin gearbeitet, Dialyse- und Krebspatienten bei Krankentransporten begleitet, ihre Eltern bis zum Tod gepflegt und sich um demenzkranke Angehörige von Bekannten gekümmert. „Ich weiß, dass es sehr viele einsame ältere Menschen gibt“, sagt die verheiratete Mutter von vier erwachsenen Kindern. Dagegen möchte sie auch künftig in ihrer Freizeit aktiv etwas tun: Sie will Senioren stundenweise begleiten.

Während des Qualifizierungskurses beim Caritasverband lernten Sabine Na’Amni-Quast und die übrigen sieben Absolventen am eigenen Leib kennen, wie es sich anfühlt, „alt“ zu sein, nicht mehr gut sehen und sich nicht mehr so gut bewegen zu können. Sie erfuhren in speziellen Übungen auch, wie es ist, „dement“ zu sein, wenn etwa die Hand-Augen-Koordination nicht mehr funktioniert. Nach dem 46-stündigen Kurs kennen sie nun die Ursachen und Symptome einer Demenz, sie wissen, wie sie mit demenzkranken Menschen kommunizieren und sich mit ihnen beschäftigen können und wie sie Senioren rückenschonend lagern und transportieren. Rechtliche Grundlagen zu Themen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und gesetzliche Betreuung waren weitere Aspekte der Qualifizierung, die auch einen praktischen Teil in einem Altenheim des Caritasverbandes umfasste. „Nun sind Sie gerüstet, um ältere Menschen liebevoll und persönlich zu begleiten“, sagte Manuela Jansen, Bereichsleiterin beim Caritasverband Region Mönchengladbach, während der Zertifikatsübergabe, die mit einem vom zweiten Caritas-Vorsitzenden Christoph Habrich gestalteten Wortgottesdienst begann. „Mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement schenken Sie den Senioren Zeit und in vielen Fällen auch wieder Kontakt zu anderen Menschen“, fügte sie hinzu.

Die Seniorenbegleiter könnten beispielsweise mit allein lebenden alten Menschen einkaufen, spielen, spazieren gehen oder einfach mal zusammen ein Fotoalbum von früher anschauen, erläutert Kursleiterin Gabriele Drücker. Damit ergänzen sie die professionelle körperliche Pflege durch die hauptamtlichen Fachkräfte des Caritasverbandes. „Gleichzeitig entlasten sie Angehörige, die mal einen Freiraum brauchen, um die Batterien aufzutanken“, so Drücker.

Auch künftig treffen sich die ehrenamtlichen Seniorenbegleiter einmal im Monat, um sich auszutauschen. Jedes Jahr werden dabei andere Fortbildungsschwerpunkte aufgegriffen. In diesem Jahr ist es das Thema „Sterben und Tod“. Die ehrenamtlich Engagierten werden in „Letzter Hilfe“ geschult, sie besuchen ein Hospiz und ein Krematorium. Sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten im Alter sind ebenfalls ein Thema der „Begleitabende“, bei denen trotz der ernsten Themen „auch der Spaß und die Geselligkeit nicht zu kurz kommen“, wie Gabriele Drücker betont.

 

Info:

Der nächste Zertifizierungskurs für ehrenamtliche Seniorenbegleiter startet beim Caritasverband Region Mönchengladbach in einigen Monaten. Wer sich hier ehrenamtlich engagieren möchte, meldet sich bei Gabriele Drücker unter Tel. 02161/966113 oder per Mail an druecker@caritas-mg.de.

 

Die ehrenamtlich engagierten Seniorenbegleiter erhielten ihre Zertifikate während einer Feierstunde beim Caritasverband. Es gratulierten Bereichsleiterin Manuela Jansen (4.v.l.), der zweite Caritas-Vorsitzende Christoph Habrich (6.v.l), Georg Bronheim (Caritas-Pflegedienst, 5.v.r.) und Kursleiterin Gabriele Drücker (r.).

 

 

 

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