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05.12.2017

Damit Caritas sichtbar bleibt

Wie kann die verbandliche Caritas auch künftig arme und hilfesuchende Menschen unterstützen? Und wie bleibt sie als Teil der Kirche in einer sich wandelnden Gesellschaft sichtbar? Diese Fragen diskutierten Mitglieder des Caritasverbandes Region Mönchengladbach bei einem Treffen im Rahmen des „Zukunftsdialogs 2020“.

Seit 26 Jahren ist Walburga Iseken nun Gemeindesozialarbeiterin beim Caritasverband Region Mönchengladbach, und das größte Kompliment in dieser Zeit machte ihr der unvergessene Eddi Erlemann: „Da kommt die Caritas-Frau“, sagte der frühere Regionaldekan und Propst einmal zur Begrüßung. Mit der Anekdote illustrierte Iseken, was die Teilnehmer des Treffens der Arbeitsgemeinschaften Caritas einhellig bestätigten: Caritas muss buchstäblich Gesicht zeigen, wenn sie in einer sich wandelnden Gesellschaft auch künftig als Teil der Kirche wahrgenommen werden will.

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Die anwesenden Mitglieder des Caritasverbandes Region Mönchengladbach setzten sich mit den „Wegmarken“ auseinander, die der Deutsche Caritasverband im Rahmen des „Zukunftsdialogs 2020“ vorgelegt hat. „Die gemeindliche und die verbandliche Caritas nutzen und stärken gemeinsam ihre Verortung in den Lebenswelten der Menschen. Mit Offenheit und Dialogbereitschaft versuchen sie der biblischen Botschaft zu folgen“, heißt es darin. Ganz wichtig: Die Caritas unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten grundsätzlich alle Menschen – unabhängig von deren Religion, Herkunft und Geschlecht.

Die Teilnehmer trugen zusammen, was das in der konkreten Situation in der Region bedeutet. An einer Grundschule in Mönchengladbach sei noch jedes zehnte Kind christlich, die Hälfte der Mädchen und Jungen gehöre keiner Kirche an, die übrigen 40 Prozent seien muslimischen Glaubens, berichtete ein Teilnehmer: „Wir brauchen Orte, wo die Menschen sehen, hier passiert etwas im christlichen und caritativen Sinn“, sagte er – dies umso mehr, da es künftig viel weniger Pfarren geben und sich die kirchliche Pastoral dramatisch verändern werde.

Ein solcher Ort ist das von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betriebene Johannes-Lädchen im Begegnungszentrum der Rheydter Gemeinde St. Johannes. Hier können bedürftige Menschen zweimal im Monat Lebensmittel zum halben Preis einkaufen – die andere Hälfte wird über Spenden finanziert. 70 bis 80 Frauen und Männern kommen regelmäßig hierher. Rund 15.000 Euro Spenden erhält das Johannes-Lädchen im Jahr. „Wenn die Menschen sehen, da ist was Gutes, sind sie auch bereit, etwas zu geben“, erklärte Gemeindereferent Roland Weber.

AG_Caritas_2020

Wie kann die Caritas auch künftig in der Lebenswelt der Menschen sichtbar bleiben? Antworten auf diese Fragen suchten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaften Caritas im Rahmen des „Zukunftsdialogs 2020“.

 

Immer wichtiger für die caritative Arbeit werden Netzwerke. Beispiele dafür sind in der Region Mönchengladbach die Katholische Liga, in der sich zehn Verbände und Einrichtungen aus dem Sozial- und Bildungsbereich zusammengeschlossen haben, und das Pflegenetzwerk Katharina, das fünf katholische Träger von Altenhilfeeinrichtungen umfasst. Aber auch die seit über zehn Jahren von der Gemeindesozialarbeit des Caritasverbandes moderierten „Waldhausener Gespräche“ zeigen, wie die verbandliche Caritas eine Vernetzung im Sozial- und Lebensraum der Menschen fördern kann: Hier engagieren sich Bürger für ihren Stadtteil und leisten gemeinsam einen Beitrag zur Gestaltung Waldhausens, etwa zur Schulsituation, Verkehrsberuhigung und Stadtentwicklung.

Am Ende des von den Gemeindesozialarbeiterinnen Walburga Iseken und Brigitte Oltmanns gemeinsam mit Bereichsleiterin Hildegard van de Braak vorbereiteten Zukunftsdialog-Treffens waren sich die Teilnehmer in einem weiteren Punkt einig: Caritas vollzieht sich im Kleinen, in der persönlichen Beziehung. „Deshalb brauchen wir ganz viele Menschen, die sich um die Armen und Hilfesuchenden kümmern – auf Augenhöhe, so dass ein Dialog entsteht und gegenseitiges Geben und Nehmen möglich wird“, sagte Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa.

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