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24.11.2017

Anlaufstelle für Zeit-Schenker

Seit 1997 haben Zeit-Schenker aus Mönchengladbach eine Anlaufstelle: Das Freiwilligen Zentrum des Caritasverbandes blickt auf 20 erfolgreiche Jahre zurück. Fast 2.200 ehrenamtlich engagierte Bürger wurden bisher an soziale Organisationen in der Stadt vermittelt.

 

Christian Wetzel ist 45 und derzeit in einer Phase der beruflichen Neuorientierung. Die nutzt der Betriebswirt und Personalreferent aus Rheydt auch, um sich ehrenamtlich zu engagieren: Als „Bildungspate“ kümmert sich Wetzel um einen 15-jährigen Jungen, der vor drei Jahren mit seiner Familie aus Syrien nach Mönchengladbach gekommen ist. Einmal in der Woche treffen sich die beiden für ein bis zwei Stunden, sie gehen in die Bibliothek, erzählen miteinander auf Deutsch, damit der junge Syrer die Sprache besser lernt, erkunden zusammen die neue Heimat. Demnächst steht ein Schülerpraktikum in einem Unternehmen an. Der „Bildungspate“ hilft bei der Vorbereitung und Vermittlung und tauscht sich mit der Lehrerin aus.

 

„Durch mein Engagement kann ich etwas zurückgeben“, sagt Christian Wetzel. Damit steht er nicht allein: Rund 31 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich – so viele wie noch nie. Immer wichtiger werden dabei Freiwilligenzentren. „Wir sind Bindeglied zwischen Menschen, die sich engagieren wollen, und Organisationen, die Ehrenamtliche suchen“, erläutert Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbandes Region Mönchengladbach. Das Freiwilligen Zentrum Mönchengladbach arbeitet mit rund 90 Organisationen zusammen – Einrichtungen der Kirche und der Wohlfahrtsverbände sind ebenso darunter wie Vereine, Kinderschutzorganisationen und sogar ein Gnadenhof für Tiere. Die Ehrenamtlichen betreuen Schüler bei den Hausaufgaben, unterstützen alte Menschen oder schreiben für einen Verein Einladungen am Computer, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

 

Wer sich engagieren möchte, kann sich im Freiwilligen Zentrum ausführlich beraten lassen. „Dabei orientieren wir uns konsequent an den Wünschen und Möglichkeiten der Ehrenamtlichen“, sagt Leiterin Regina Roick, die zusammen mit Angela Mirbach die Beratungsgespräche durchführt. Manche möchten sich vielleicht über einen kurzen Zeitraum etwa zwischen Schule und Studium intensiv engagieren, andere haben ein, zwei oder drei Stunden in der Woche Zeit. Rund 100 Ehrenamtler vermittelt das Freiwilligen Zentrum pro Jahr, seit 1997 waren es fast 2.200. Rund 3.500 Bürgerinnen und Bürger ließen sich zu einem persönlichen Engagement beraten, weitere 1.300 wandten sich mit anderen Fragen an das Freiwilligen Zentrum.

 

Aktuell sucht eine Altentagesstätte einen freiwillig Engagierten, der während eines Seniorencafés Klavier spielt. Eine Organisation für Kinder würde sich über Menschen freuen, die einmal im Monat gemeinsam stricken – die Sachen werden dann zugunsten des Vereins verkauft. Ein Altenheim benötigt Ehrenamtliche, die mittwochsnachmittags die Bewohner zum Gottesdienst begleiten. Das Freiwilligen Zentrum selbst sucht für sein Bildungspaten-Projekt weitere ehrenamtliche Mentoren, die etwa zwei Jahre lang Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung unterstützen. Derzeit gibt es zwölf Bildungspaten in dem in Kooperation mit der Stadt durchgeführten Projekt.

 

„Wer sich ehrenamtlich engagiert, gibt nicht nur, sondern erhält auch ganz viel zurück“, erläutert Hildegard van de Braak, Bereichsleiterin des Caritasverbandes. Ein freiwilliges Engagement tue einfach gut – menschlich und psychisch. Und es fördere sogar die eigene berufliche Qualifikation. Zunehmend würden Ehrenamtliche durch Fortbildungen gestärkt. Als weitere Anerkennung der freiwilligen Arbeit gibt es in Mönchengladbach seit 2008 die „Ehrenamtskarte“. Damit erhalten ehrenamtlich engagierte Bürger viele Vergünstigungen etwa bei Eintrittsgeldern. Die Ehrenamtskarte wird vom Freiwilligen Zentrum ausgegeben.

 

„Ohne das Freiwilligen Zentrum und ohne die zahlreichen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger wäre das soziale Leben in Mönchengladbach um einiges ärmer“, sagt Frank Polixa. Der Caritasverband bringt für die Einrichtung jährlich rund 70.000 Euro an Eigenmitteln auf. „Das ist sehr gut angelegtes Geld, das vielen Menschen in der Stadt zugute kommt“, betont Polixa. Seit 2016 beteiligt sich die Stadt im Rahmen einer Leistungsvereinbarung.

 

Tag des Ehrenamts

Zu einem Tag der offenen Tür lädt das Freiwilligen Zentrum Mönchengladbach am Dienstag, 5. Dezember – dem „Tag des Ehrenamts“ – ein. Von 10.00 bis 14.00 Uhr sind alle willkommen, die sich bereits freiwillig engagieren oder sich für eine ehrenamtliche Aufgabe interessieren. „Die Besucher können sich untereinander austauschen und Kontakte knüpfen“, sagt Regina Roick, Leiterin des Freiwilligen Zentrums. Es gibt Kaffee und Kuchen sowie für die Kinder Luftballons und Schminken.

 

Kontakt:

Freiwilligen Zentrum Mönchengladbach, Friedrich-Ebert-Straße 53 (Passage am Ring), 41236 Mönchengladbach-Rheydt, Telefon 02166-40207, fwz-mg@caritas-mg.de

 

Öffnungszeiten:

montags und freitags von 9.00 bis 13.00 Uhr, mittwochs von 14.00 bis 18.00 Uhr, donnerstags von 12.00 bis 15.00 Uhr sowie an jedem ersten Samstag im Monat von 10.00 bis 13.00 Uhr. Zusätzlich gibt es an jedem letzten Mittwoch im Monat von 14.00 bis 18.00 Uhr ein Beratungsangebot im Lesecafé der Citykirche am Kirchplatz 12. Beratungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

 

 20 Jahre FWZ

Auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit blickt das Freiwilligen Zentrum des Caritasverbandes Region Mönchengladbach zurück (v.r.): Frank Polixa (Geschäftsführer), Hildegard van de Braak (Bereichsleiterin), Christian Wetzel (ehrenamtlicher Bildungspate) und Regina Roick (Leiterin des Freiwilligen Zentrums).

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