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22.05.2020

Chancenlose Kinder? - Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!

Weitreichende Reformen, um Kindern aus überschuldeten Haushalten gute Startbedingungen für die Zukunft zu ermöglichen, fordert Diözesancaritasdirektor Burkard Schröders. „Kinder haben ein Recht auf eine von Schuldenproblemen unbelastete Kindheit und Jugend“, sagt er anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 25. bis 29. Mai 2020.

Unter dem Motto „Chancenlose Kinder? – Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ stellt die bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände, zu der auch die Caritas gehört, Kinderrechte in den Mittelpunkt. „In der aktuellen Corona-Krise ist dieses Motto aktueller denn je“, sagt Schröders.

amilien seien in Zeiten, in denen ihre Kinder nicht in Kita oder Schule könnten, besonders gefordert, so der Diözesancaritasdirektor weiter. Lange Zeit hätten Spielplätze nicht genutzt werden können. Eine Situation, die Familien besonders fordere. „Ich kann nur höchsten Respekt zollen, wie viele Familien diese Situation bisher gemeistert haben“, sagt Schröders. Besonders hart treffe es aber dann Familien, wenn weitere besondere Probleme ihr Leben belasten. „Überschuldung ist eine besonders belastende Situation, die schon ohne die Einschränkungen durch Covid 19 herausfordernd ist. Kinder leiden in der jetzigen Situation doppelt“, so Schröders weiter.

Erfahrungen in den Beratungsstellen der Caritas zeigen: Kinder können es nicht einordnen, wenn ihre Eltern viel öfter gereizt sind, weil nicht genug Geld da ist. Bei den häufigen Streitigkeiten der Eltern sind sie Zeugen und fragen sich nicht selten, ob sie selbst schuld daran sind. Und Geld für ihre Bedürfnisse ist meistens nicht da. Für Alleinerziehende ist die Situation oft noch schwieriger zu bewältigen.

Um den Kindern das Recht auf eine von Schuldenproblemen unbelastete Kindheit und Jugend zu gewährleisten und ihnen gute Startbedingungen für die Zukunft zu schaffen, bedarf es deutlicher Reformen“, sagt Schröders. Wenn auch das „Starke-Familien-Gesetz“ ein Anfang sei, um Familien mit niedrigem Einkommen zu unterstützen, müssten familien- und sozialpolitische Leistungen wie der Mindestunterhalt, der Regelsatz für Kinder und Jugendliche in Grundsicherung und die Sozialhilfe bedarfsgerecht ausgebaut werden. „Darüber hinaus müsste die Einführung einer eigenständigen Kindergrundsicherung umgesetzt werden“, fordert Schröders. Große Bedeutung müsse auch der finanziellen Allgemeinbildung zukommen. Und
Präventionsarbeit sollte überall verankert werden. Kinder müssten früh lernen, mit Geld, Handy und Internet umzugehen.

„In ihrer Beratungsarbeit hat die Caritas es immer wieder mit Rückforderungs-bescheiden der Jobcenter an minderjährige Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft zu tun. Diese führen dazu, dass diese jungen Leute schon Schulden haben, wenn sie 18 Jahre alt werden“, beklagt Schröders. Er fordert das Recht auf schuldenfreies Erreichen der Volljährigkeit. Die Verschuldung von Minderjährigen gehöre im Sozialrecht vollständig abgeschafft.

Um ein gutes Aufwachsen von Kindern trotz Überschuldung der Eltern unterstützen zu können, hält der Diözesancaritasdirektor vor allen Dingen eine gute Beratung für notwendig. „Daher brauchen wir ein sozialrechtlich verankertes Recht auf Schuldnerberatung für alle“, sagt Schröders.

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